Chaotische Semester

Bald ist es ein Jahr her, seit es die ersten Infizierten des SARS-CoV-2 Virus in Österreich gab. Seither ist unser Leben im Ausnahmezustand. Der Alltag von uns Studierenden hat sich sowohl was das psychische als auch das physische Wohlbefinden, sowie unsere finanzielle Situation betrifft enorm verschlechtert.
Ausschlaggebend dafür ist vor allem der Verlust von Struktur in unserem Studienalltag. Monatelanges Distance-Learning schlägt sich in Frustration nieder und die Aussicht auf Verbesserung bleibt aus – Dank der Inkompetenz der Bundesregierung in Bezug auf Impfstrategie und konsequentem Lockdown, der alle nicht systemrelevanten Branchen miteinbezieht, werden wir wohl auch noch das komplette Sommersemester von zuhause aus studieren müssen.


Dazu müssen wir Studierende die technische Ausstattung zur Verfügung haben, um überhaupt Lehrveranstaltungen besuchen zu können. Ist diese nicht am neuesten Stand und es kommt demensprechend häufig zu technischen Ausfällen, werden wir systematisch daran gehindert am Studienalltag teilzunehmen.
Die meisten von uns Studierenden wohnen in kleinen WG’s, nur selten ausgestattet mit einem Büro. Deshalb ist es umso wichtiger Lernräume auf den Unis zur Verfügung gestellt zu bekommen. Schon unter normalen Bedingungen sind die Plätze in Lesesälen der Uni-Bibliotheken nicht dem Bedarf entsprechend. Nun sind wir aber gezwungen in unseren Wohnungen zu Lernen – diesen Alltag mit unseren MitbewohnerInnen zu organisieren stellt uns vor immens große Herausforderungen.


Während wir Studierende im Regen stehen gelassen werden, ohne zu wissen, wann wir wieder unter normalen Bedingungen studieren werden können, muss man sich fragen was eigentlich mit den knapp 400€ Studiengebühren, die anfallen, weil sich der Studienabschluss verzögert hat passiert.
Für eine qualitätsvolle Lehre und einen Studienalltag im Sinne von uns Studierenden jedenfalls nicht! Wir haben bereits in den letzten beiden Semestern gesehen, dass von alleine nichts an unserer Situation verbessert wird – sondern im Gegenteil mit der UG-Novelle und möglicherweise kommenden strengeren Kontrollen bei Prüfungen bis hin zur Videoüberwachung unserer Wohnungen, wird unser Alltag zunehmend verschlechtert. Deshalb müssen wir gemeinsam Widerstand erzeugen, um gegen diese Prekarisierung anzukämpfen: Studierende in die Offensive!