Venezuelas Präsident Hugo Chávez hat am Sonntag 16 Großgrundstücke mit einer Gesamtfläche von 330.796 Hektar enteignen lassen, um diesen fruchtbaren Grund und Boden der landwirtschaftlichen Produktion zur Verfügung zu stellen. Wie er im Rahmen seiner Sendung „Aló, Presidente“ ankündigte, werden diese bislang nicht oder kaum genutzten Ländereien künftig in erster Linie für die Viehzucht zur Verfügung gestellt und sollen von Kooperativen bewirtschaftet werden.

„Diese Revolution hat das Banner des Sozialismus aufgenommen, und dieser Schritt erfordert mehr als jede andere Form von Revolution. Sie hätte von nationalem Charakter sein können, aber dann hätte sie zum Reformismus führen können“, sagte Chávez und unterstrich: „Gesellschaftliches Eigentum und gesellschaftliche Produktion plus Befriedigung der Bedürfnisse“ sei künftig das strategische Dreieck der Bolivarianischen Revolution.

Der venezolanische Staatschef sagte, man habe von Anfang an mit dem Widerstand der Großgrundbesitzer und der Oligarchie gegen die Nationalisierung der Landwirtschaft rechnen müssen. Er berichtete, dass ebenfalls am Sonntag eine mit Kriegsgewehren bewaffnete Gruppe versucht habe, die Enteignung der 16 Grundstücke zu verhindern. Eine Einheit der venezolanischen Streitkräfte habe den Kampf aufnehmen müssen, nachdem die aus Zivilisten und Soldaten bestehende Nationalisierungskommission angegriffen wurde.

General Wilfredo Silva erläuterte, dass sich der Zwischenfall im Bundesstaat Apure ereignet habe, auf einem mehr als 10.000 Hektar umfassenden Großgrundbesitz namens Hato Morichalito ereignete. Dort habe man auch ein verstecktes Flugzeug entdeckt, dass vermutlich für den Drogenschmuggel benutzt worden sei.

Bei der Verfolgung der bewaffneten Gruppe habe die Armee MI-35-Hubschrauber aus russischer Produktion eingesetzt. Deshalb beweise der Zwischenfall, so Präsident Chávez, die Notwendigkeit, die Einheit von Soldaten und Zivilbevölkerung zu stärken und für eine ausreichende Ausstattung der Sicherheitskräfte zu sorgen. „Und die Gringos sabotieren uns, damit wir ohne Flugzeuge und Patrouillen-Hubschrauber bleiben“, kritisierte der venezolanische Staatschef.

Seitdem er 1999 die Präsidentschaft übernommen habe, seien bislang fast zwei Millionen Hektar aus den Händen der Großgrundbesitzer in die Hände das Staates übergegangen, was etwas mehr als 28 Prozent der Ländereien entspricht, die zur Überprüfung vorgesehen sind. Chávez wies die Besitzer der Ländereien in diesem Zusammenhang darauf hin, dass sie nichts zu befürchten hätten, wenn sie über Besitzurkunden für die Ländereien verfügen.

Von den fast zwei Millionen beschlagnahmten Hektar sei fast die Hälfte unter den Bauern verteilt worden, 40 Prozent verblieben im Dienste von strategischen Projekten in Staatseigentum und 11 Prozent würden nun von Kooperativen bewirtschaftet, erläuterte Chávez. Er kündigte außerdem an, dass in den kommenden Wochen die Übernahme von 13 weiteren Ländereien angeordnet werde, so dass man dann auf eine Gesamtzahl von 2,2 Millionen Hektar beschlagnahmter Grundstücke komme.

Quelle: RedGlobe

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