„Die Studierendenkredite sind der schnellste Weg in die Schuldenfalle.“, meint Sebastian Wisiak, Bundesvorsitzender des Kommunistischen StudentInnenverbandes (KSV). „Wer elf Jahre lang studiert wie Minister Hahn, hat bei einem Kredit zu 800 Euro pro Monat und einem Prozent Zinsen am Ende des Studiums 110.000 Euro Schulden angehäuft.“, rechnet Wisiak die Konsequenzen vor.

„Jemand mit einem Ministergehalt kann sich das vielleicht leisten, aber nicht alle werden nach dem Studium mit gut bezahlten Jobs versorgt.“ Zu den Schulden für das Studium kämen bei vielen noch die Ausgaben für ein eigenes Auto und ein Eigenheim dazu. Das ganze Projekt sei ein direkter Weg in die Schuldenfalle.

Auch von Hahns Vorstoß die Studiengebühren wieder einzuführen, hält Wisiak wenig: „Es ist grundfalsch junge Leute vom Lernen abhalten zu wollen. Österreich ist seit langem bei der Akademikerquote im Hintertreffen. Jetzt wo sich eine positive Trendwende abzeichnet, müssten den Universitäten ausreichend Mittel zukommen, damit möglichst alle Studierende eine gute Ausbildung erhalten können.“

Dass viele deutsche Studierende an die österreichischen Hochschulen drängen, kann Wisiak verstehen. Nicht nachvollziehen kann der KSV-Vorsitzende jedoch, dass der Minister die Forderung nach Ausgleichszahlungen durch die Bundesrepublik Deutschland ablehnt. „Wir bilden jetzt schon Jahr für Jahr tausende hochqualifizierte Arbeitskräfte für Deutschland aus. Es wäre nur gerecht, dafür einen finanziellen Ausgleich zu verlangen.“, ist Wisiak überzeugt.

Es sei verständlich, dass viele Deutsche zum Studieren nach Österreich kommen, weil es bei uns weder numerus clausus noch allgemeine Studiengebühren gibt. Es könne aber nicht sein, dass Deutschland einerseits auf die Gleichbehandlung nach EU-Recht besteht und andererseits keinen Beitrag leistet.

Generell vermisst Wisiak in der Bildungsdebatte die Zukunftsperspektive: „In die ganze Bildungsdebatte muss endlich die Zukunftsperspektive einfließen. Wollen wir, dass breite Bevölkerungsschichten eine gute Ausbildung haben, oder nicht? Wenn uns Bildung nichts wert ist und wir weiterhin einen vergleichsweise niedrigen Bildungsstand aufrecht erhalten wollen, ist es wohl das Beste auf die Ideen Minister Hahns zu hören.“

Rückfragehinweis:
Sebastian Wisiak: 0660-3492014