Wir veröffentlichen hier e-mail-Nachrichten unseres Genossen und KSV-Graz Vorsitzenden Andi Nitsche, welcher gerade in Kuba verweilt und mit viel Sorge und nochmehr Aufmerksamkeit die Vorgänge rund um die Krankheit des Genossen Comandante Fidel Castro beobachtet hat:

mail vom 01.08.2006

liebe genossen und genossinnen!

wie ihr sicher alle schon gelesen habt, ist fidel nun fuer einige wochen zurueckgetreten. in der reaktionaeren buergerlichen presse wird von einer schweren krankheit gesprochen, was schwer uebertrieben ist. am 26.7 hab ich persoenlich 2 reden von ihm live (einmal vor ort einmal im tv) gesehen, die je 3 stunden gedauert haben, und energisch wie eh und je gehalten wurden. die leute hier feieren weder seinen sturz oder seine krankheit sondern sind tief betroffen und sorgen sich um ihren comandante. fuer heute wurde sogar spontan eine demo gegen den us-imperialismus angesetzt! weitere berichte folgen!
in diesem sinne:
socialismo o muerte

mail vom 12.08.2006

Da ich leider laengere Zeit nicht ins Internet konnte, folgt nun der 2 Bericht aus Kuba. Da ich des oefteren CNN schauen musste, dachte ich mir, dass zumindest in einigen oesterreichischen Zeitungen objektive Berichte abgedruckt werden. Nach einigen Besuchen auf Zeitungs-Homepages wurde diese Annahme wiederlegt. Fakt ist, dass sich die absolute Mehrheit der Bevoelkerung sicherlich nicht den Tod Fidels wuenscht, zu meiner eigenen Ueberraschung nicht einmal die Minderheit der Menschen, die sich durch halb-legale, bzw. illegale Taetigkeiten Touristen-Pesos beschaffen. Selbst die Rueckstaendigsten Teile der Gesellschaft, der Dunstkreis rund um die Kirche, steht hinter dem Sozialismus in Kuba. So hat zb. die katholische Kirche in Kuba zu Gebeten fuer Fidel Castro aufgerufen. Die CDRs (Komitees zur Verteidigung der Revolution) und andere Massenorganisationen (in denen ueber 80% der KubanerInnen ueber 16 organisiert sind) haben in allen Teilen des Landes Versammlungen abgehalten, um die Revolution zu schuetzen. Auch wurden die Milizen und die Revolutionaeren Streitkraefte (die zahlenmaessig um etliches kleiner als die milizen sind) sind in Alarmbereitschaft versetzt, um auf einen moeglich imperialstischen Anfgriff vorbereitet zu sein. Beachtlich ist hier die Tatsache, dass von einer verstaerkten Militaerpraesenz nichts zu merken ist, dh. das oeffentliche Leben wie gewohnt weitergeht. Weiters zeigen auch neben den Versammlungen die KubanerInnen, dass sie von ihrem sozialistischen weg nicht abkommen wollen in dem sie zum Beispiel massenhaft kubanische und „26.Juli“ Fahnen aus ihren Fenstern haengen lassen, bzw. vermehrt revolutionaere Sprueche auf Waende gemalt werden. Auch ist von einer exorbitanten Steigerung der Antraege auf die Mitgliedschaft in der PCC (Kommunistische Partei Kubas) die Rede!
Venceremos, Andi (aus Camagueey)

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