Ein Kommentar von Hanno Wisiak

Wenn Industrielle Schul-„Autonomie“ und dergleichen fordern, ist Vorsicht geboten. Stehen wir doch gerade vor dem Trümmern der sog. Hochschul-Autonomie.

Androsch, Sorger, Mauhart und mit ihnen gleich die ganze Industriellenvereinigung haben handfeste materielle Interessen und deshalb das Volksbegehren ins Leben gerufen.

Die eine oder andere gute Forderung ist m.E. nur ein Mittelding aus Augenauswischerei und Marketing-Gag. Bei dem durchwachsenen No-na-net-Wunschzettel wird ohnehin nur das (potentiell) umgesetzt, was denen nützt, gegen die wir sonst auf die Straße gehen.

Die SPÖ benutzt das Volksbegehren als Backing für ihre (ja eh richtige) Forderung nach einer Ganztagsschule, winkt aber unisono mit der ÖVP ab, sobald für irgendwas mehr Geld locker gemacht werden soll. – Eine Chimäre par excellence nenne ich das.

Wohin die bildungspolitische Reise geht, hat Rot-Schwarz in der Steiermark gezeigt. Abschaffung des Gratiskindergartens und Ruf nach Studiengebühren sind da nur die augenscheinlichsten Dinge der letzten Zeit. Deshalb sollte man drauf Acht geben, welchen Plänen hier Vorschub geleistet wird. Trotz des himmelschreienden Normalzustandes in Österreich mit der dazugehörenden Bildungsfeindlichkeit, Vettern- und Parteibuchwirtschaft, Blockade u.v.m.

Diejenigen, die glauben, dass sie unbedingt in einem Boot mit der Industriellenvereinigung sitzen (müssen), werden bald als Galeeren-SklavInnen rudern. Und zwar in eine Richtung, in die sie vermutlich gar nie wollten.