• Überfüllte Vorlesungen, in denen du am Boden sitzen musst?
  • Du bist wieder mal nicht in ein Seminar oder Labor rein gekommen und deshalb verzögert sich dein Studium?
  • Du findest für deine Abschlussarbeit keine/n BetreuerIn oder dein/e BetreuerIn hat zu wenig Zeit?
  • Du brauchst dringend ein Buch, das es in der Bibliothek nicht gibt oder suchst einen Artikel, auf den du keinen Zugriff hast?
  • Du musst auch arbeiten gehen, um dein Studium zu finanzieren?
  • Du fühlst dich durch die Fristen durch dein Studium gehetzt und hast keine Zeit, dich eingehend mit deinem Studienthema zu beschäftigen?

UNS AUCH!
DESHALB VERSAMMELN WIR UNS IM HÖRSAAL 06.01 (VORKLINIK) UND HOFFEN AUF DEINE UNTERSTÜTZUNG! DIE UNI GEHÖRT UNS ALLEN. SEI DABEI, MACH WAS DRAUS!

DERZEIT SIEHT ES AN DEN UNIS SO AUS:

Wirtschaftliche Interessen stehen im Vordergrund (=Ökonomisierung). Die Unis sind dazu gezwungen, Drittmittel (Geld, das nicht vom Ministerium kommt, sondern z.B. von Firmen und Fonds) aufzutreiben, um die Forschung und Lehre aufrechterhalten zu können. Wenn Institute das wenige Geld, das ihnen zur Verfügung steht, für Forschung ausgeben müssen, bleibt für die Lehre nichts mehr übrig. Die Auswirkungen sind für jede/n spürbar: überfüllte Vorlesungen, zu wenig Seminar- und Laborplätze und zu wenig BetreuerInnen für Bachelor-, Master-, Diplomarbeiten und Dissertationen.
Deshalb fordern wir eine ausreichende Finanzierung der Forschung und Lehre durch das Wissenschaftsministerium, damit die Universitäten wieder unabhängig von wirtschaftlichen Interessen werden.

Außerdem wirkt sich die schlechte finanzielle Lage auch auf die Ausstattung der Unis aus:

  • In den Bibliotheken fehlt es an aktueller Literatur und Medien und die wenigen vorhandenen Exemplare sind durch Dauerausleihen blockiert. Auch der Zugang zu elektronischen Ressourcen ist mehrheitlich nicht gewährleistet.
  • Die Ausstattung der Lehrräume ist veraltet und lässt in vielen Fällen keinen zeitgemäßen Unibetrieb zu.
  • Es gibt zu wenige Räumlichkeiten, die Studierende selbstverantwortlich nutzen können. (Lern- und Übungsgruppen, Lesezirkel,…)
  • Wissenschaftliche Software ist veraltet oder steht überhaupt nicht zur Verfügung.

Trotz AkademikerInnenmangel sollen für Diplom-, Bachelor- und Masterstudien Knock-Out-Prüfungen, verpflichtende Studieneingangsphasen und flächendeckend Zugangsbeschränkungen eingeführt werden. Auch wenn diese Maßnahmen kurzfristig für eine Verbesserung der Betreuungsverhältnisse sorgen, bringt dies doch auf lange Sicht nur Nachteile für DICH!

  • Masterzugangsbeschränkungen haben zur Folge, dass Bachelor-AbsolventInnen zwar in der Statistik des Wissenschaftsministeriums als AkademikerInnen geführt werden, aber da es keine Beschäftigungsmöglichkeiten für sie gibt, scheinen sie genauso schnell in der AMS-Statistik auf.
  • Durch die Beschränkung von Masterstudien ergibt sich eine Zweiteilung der AbsolventInnen. Einerseits in all jene, die durch ein Masterstudium besseren Zugang zum Arbeitsmarkt haben und andererseits in all jene, die als Bachelor-AbsolventInnen als Arbeitslose oder schlecht bezahlte AkademikerInnen enden.
  • Keine dieser Selektionsmaßnahmen bezieht reale Anforderungen im Berufsleben mit ein. Personal skills wie soziale Kompetenzen werden dabei nicht berücksichtigt.

Die Prüfungsmodalitäten erinnern an längst vergangene Zeiten. Es wird nur mehr Auswendiggelerntes – etwa im Multiple-Choice-Modus – abgefragt. Zusammenhängendes und anwendbares Wissen spielt bei Prüfungen oftmals keine Rolle.

Auch das Bachelor- und Mastersystem stellt DICH vor Probleme:

  • Bestehende Studienpläne werden ohne Rücksicht auf Durchführbarkeit in Bachelor- und Masterstudienpläne gezwängt. Es ist beispielsweise nicht sinnvoll für Lehramtstudien die Einführung von Bachelorstudien zu erwägen, da es hier offensichtlich kein Berufsfeld für Bachelor-AbsolventInnen gibt.
  • Ein weiterer Missstand ist die zunehmende Verschulung der Studiengänge, die ein freies und individuelles Studium unmöglich macht.
  • Das Bachelor- und Mastersystem wurde ins Leben gerufen. um die einzelnen Studien europaweit äquivalent zu gestalten. Den Studierenden soll das Studieren im Ausland einfacher gemacht werden. Doch gerade das verschulte Bachelor-System mit seinen überladenen Studienplänen verhindert dies.

Die angekündigte Wiedereinführung der Studiengebühren wird das Finanzierungsproblem der Universitäten nicht lösen und geht erneut zu Lasten der Studierenden. Auch eine teilweise Befreiung von den Studiengebühren, wie sie derzeit praktiziert wird ist nicht zweckmäßig, da dadurch nur die administrativen Kosten gedeckt werden, die durch die komplizierten Ausnahmeregelungen entstanden sind. Wir fordern daher eine Anhebung der Bildungsausgaben auf europäisches Niveau (EU-Durchschnitt: 5,1 % BIP- Österreich: 1,7 % BIP) und die vollständige Abschaffung sämtlicher Studiengebühren!

Der derzeitige Kurs der österreichischen Bildungspolitik zielt auf die Ausweitung von Zugangsbeschränkungen, Knock-Out-Prüfungen, sowie auf strikte Studieneingangsphasen ab, ohne dass klar ist, inwieweit diese Einschränkungen die Studienbedingungen verbessern sollten. Wir wollen hier MIT DIR für den entgegengesetzten Weg kämpfen!

FREIE BILDUNG FÜR ALLE!
die BesetzerInnen der Grazer Hörsaals A