50 Euro soll die Teilnahme an einer verpflichtenden Aufnahmeprüfung an der Uni Graz ab heuer kosten. „Diese Summe bringt der Uni nichts und dient lediglich der Abschreckung und der sozialen Selektion“, stellt der KSV fest.

 

Die Karl-Franzens-Universität Graz will schon in diesem Jahr eine Gebühr in Höhe von 50 Euro für den Antritt zur Aufnahmeprüfung in den zugangsbeschränkten Studien von den Studierenden einheben. Betroffen sind laut Medienberichten die Studien Lehramt, Betriebs- bzw. Volkswirtschaftslehre, Psychologie, Pharmazie, Biologie und das mit der TU Graz gemeinsam geführte Studium der Molekularbiologie.

 

Finanzielle Hürden verstärkt

Eine derartige Gebühr soll laut Argumentation der Universitäten die „Antrittsdisziplin“ bei Aufnahmeprüfungen „verbessern“. In der Realität führt dies jedoch dazu, dass Studierende aus schwächeren finanziellen Verhältnissen eine Hürde vorfinden, die sie davon abhält, bei Interesse mehrere oder überhaupt ein zugangsbeschränktes Studium zu inskribieren. Zusätzlich zu den sonstigen hohen Kosten zu Studienbeginn (Wohnen, Lernmaterialien, Mobilität, Fahrten in die Studienstadt zur Abwicklung der nötigen Formalitäten etc.) kommen nun nämlich weitere erhebliche Kosten auf die Erstsemestrigen zu.

 

Gebühr führt zu vermehrter sozialer Selektion

Die Einführung dieser Prüfungsgebühr ist finanziell für die Universität kein relevanter Faktor sondern hat schlicht zum Ziel, Studierende von der Inskription der genannten Studien abzuhalten und verstärkt die ohnehin schon vorhandene soziale Selektion an den Universitäten.

 

KSV: Ausfinanzierung der Unis statt „Hinausbeißen“ der Studis

Der KSV spricht sich klar gegen eine solche Gebühr aus. Anstatt Studierende, bei denen das Geld nicht so locker sitzt, von vornherein von gewissen Studien auszuschließen, wäre es das Gebot des Tages, seitens des Bundes die Ausfinanzierung der Universitäten zu garantieren.

Zentral wird im Vorgehen gegen die Prüfungsgebühren auch sein, dass die ÖH Uni Graz sich klar gegen diese positioniert. Der KSV hat deshalb heute folgende Anfragen an den Vorsitz gestellt:

 

  • Wie steht der Vorsitz der ÖH Uni Graz zu den geplanten Gebühren für Aufnahmeprüfungen an unserer Universität?
  • War dem Vorsitz das Vorhaben, diese Gebühr einzuführen, schon länger bekannt? Wenn ja, seit wann?
  • Wurden diesbezüglich bereits Gespräche mit dem Rektorat geführt? Wenn ja, mit welchem Ergebnis?
  • Welche Maßnahmen plant der Vorsitz der ÖH Uni Graz, um diese Gebühr im Sinne der Studierenden zu verhindern?