Am Mittwoch dem 17.1 demonstrierten an die 4000 Studierende friedlich, aber kämpferisch gegen die Studiengebühren in Graz. Philipp Funovits, ehemaliger Vorsitzender der ÖH Uni Graz und Bildungspolitischer Berater der KPÖ-Steiermark, sorgte für eine fulminate Stimmung. Der Demozug bewegte sich um 14 Uhr vom Hauptgebäude der Karl-Franzens Universität weg in Richtung Hauptplatz, lautstarke Sprechchöre wie "Gusenbauer ist ein Lügner", "Wir sind das Volk" oder "Wer hat uns verraten – Sozialdemokraten" und hunderte Pfeiferl machten akustisch einen Vorgeschmack auf die Eurofighter, die in Kürze in der Steiermark landen werden. Als die DemonstrantInnen vor dem Landhaus anhielten und dem Landeshauptmann Voves ein Lied sangen, ließen sich dort trotzdem keine PolitikerInnen blicken. Die zwei Angestellten auf dem Balkon flohen schnell wieder ins Innere, als die StudentInnen die Fäuste in Richtung Landhaus ballten. Nach der Abschlusskundgebung am Hauptplatz löste sich gegen 17 Uhr der Demozug auf, wobei noch einige DemonstrantInnen der SPÖ zu ihrem Neujahresempfang einen Besuch abstatteten.
"Jetzt zeigt sich wieder einmal, was kämpferische ÖH’s bewirken können, die sich für die Interessen der Studierenden konsequent einsetzen. Die rosa-grüne Wiener ÖH konnte gerade mal ein paar hundert Leute mobilisieren, was in Anbetracht der Größe der Uni Wien schlicht und ergreifend erbärmlich ist", meinte der Vorsitzende des KSV Graz, Andreas Nitsche.
Zeitungsausschnitt
Am Donnerstag dem 18.1 lud die Kleine Zeitung zu einer Diskussion mit in den Hörsaal A mit Kristina Edlinger-Ploder (ÖVP), Fadi Sinno (ÖH) und Josef Broukal (SPÖ). Der Hörsaal war mit etwa 400 Leuten überfüllt. Josef Broukal, dem diese Veranstaltung so wichtig war, dass er gleich 15 Minuten zu spät kam wurde von Philipp Funovits angemessen empfangen: "Bevor uns der Herr Broukal etwas erklärt, will ich ihm einmal was erklären. Wir Studierende sind von der SPÖ belogen und betrogen worden. Sie sind ein Parteisoldat und Opportunist. Sie sind ein Lügner" schrie er durch ein Megafon. Von dieser Aktion waren die Anwesenden begeistert, eine Sicherheitskraft jedoch nicht, welche ihn darin hindern wollte. Engagierte Studenten gingen jedoch dazwischen. Was dann von Broukal folgte, war eine "herzzereißende" Entschuldigung, zahlreiche Relativierungsversuche und ein Schönreden der unsozialen und Studierendenfeindlichen Beschlüsse der neuen Regierung, welche allesamt nicht auf Begeisterung stießen. Buh-Rufe, pfeifen und laute Zwischenrufe waren die Folge. Die ÖVP Landesrätin versuchte noch die Studiengebühren als "sozial gerecht" darzustellen, wobei sie mit ihrer Propaganda defintiv der falschen Veranstaltung beiwohnte. Fadi Sinno kündigte noch den vom KSV entworfenen Studiengebühren Boykott für das WS 07/08 an und erläuterte u.a. das sukzessive finanzielle Aushungern der Universitäten.

Und der KSV setzt an Lästigkeit noch eines drauf und sucht das traditionelle Neujahrs-Blablabla der steirischen SPÖ heim:

In der 2.Reihe stehend hinter dem schreibenden KJÖ-Bundesvorsitzenden: Der steirische LH Voves bei einer interessanten Mischung aus Selbstinszenieren und Sich-Rechtfertigen.
links im Bild: einige GenossInnen vom KSV-Graz

SPÖ-Zentrale

Foto-Quelle und zugleich Lesetipp: SPÖ-Steiermark

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