Kernaussage seines Schreibens war die Forderung nach einer Ablöse des Vizerektors für Studium und Lehre, Gilbert Reibnegger, durch jemanden mit einer medizinischen Ausbildung. „Ich denke, nur wer verstehen kann, welche Anforderungen Ärztinnen und Ärzte an sich selbst stellen und welchem Druck sie mitunter ausgesetzt sind, ist optimal für diesen Job.“, so Wisiak wörtlich. Wisiak führt weiter aus, dass er großen Respekt für den jetzigen Vizerektor empfindet, der unter anderem sub auspiciis promoviert hat und den Rekord an der Meduni hält, wenn es darum geht, in wissenschaftlichen Journalen zitiert zu werden. Die Forderung nach seiner Ablöse sei nichts Persönliches und er hoffe, dass VR Reibnegger weiterhin an führender Stelle für die Meduni tätig sein wird.

Nachfolgend der Brief:

Offener Brief zur Rektorswahl an der Meduni Graz

Der Studienvertreter für Humanmedizin Sebastian Wisiak, wünscht sich in einem Brief an die Rektorskandidaten die Ablöse des Vizerektors für Studium und Lehre Gilbert Reibnegger.

Sehr geehrte Herren Professoren,

ich wende mich, zwei Tage vor der Entscheidung wer von Ihnen in Zukunft als Rektor die Geschicke der Medizinischen Universität Graz leiten wird, mit einem offenen Brief an sie. Ich möchte in diesem Brief ansprechen was sich viele denken, aber nicht auszusprechen wagen. Ich möchte Sie darum bitten, egal auf wen von Ihnen die Wahl fällt, bei der Besetzung des Vizerektorats für Studium und Lehre eine Person mit einer medizinischen Ausbildung zu wählen. Ich halte das für sehr wichtig, weil ich denke, nur wer verstehen kann welche Anforderungen Ärztinnen und Ärzte an sich selbst stellen und welchem Druck sie mitunter ausgesetzt sind, ist optimal für diesen Job. Der oberste Posten für Studienangelegenheiten an einer medizinischen Universität, sollte am besten mit jemandem besetzt werden, egal ob Mann oder Frau, der oder die aus eigener Erfahrung Verständnis für die Situation der Medizinstudierenden aufbringt.

Um eines gleich vorweg klarzustellen: Mir geht es hier nicht darum persönlich gegen den jetzigen Vizerektor Gilbert Reibnegger, von der Ausbildung her Chemiker, vorzugehen. Es ist klar, dass im Zuge meiner Tätigkeit als Studienvertreter oft Meinungsverschiedenheiten mit dem Vizerektor aufgetaucht sind, aber das liegt in der Natur der Sache und ich erwarte mir nicht, dass sich das mit einem neuen Gesicht ändern wird. Mir geht es hier um die Zukunft der Ausbildung unserer Universität – und wer könnte besser für die Ausbildung an einer medizinischen Universität sein, als eine Medizinerin oder ein Mediziner?

Gilbert Reibnegger verdient meinen größten Respekt. Ich habe ihn vor meiner Zeit als Studienvertreter als engagierten und kompetenten Lehrenden erlebt. Sein Lebenslauf ist mehr als beeindruckend – er hat nicht nur sub auspiciis promoviert, er hält auch den Rekord der meisten Zitierungen in wissenschaftlichen Journalen an der Medizinischen Universität Graz. Damit seien nur einige Tatsachen benannt, die beispielhaft zeigen sollen, um was für eine herausragende Persönlichkeit es sich hier handelt. Es liegt auf der Hand, dass Gilbert Reibnegger weiterhin viel positives an unserer Universität bewegen kann, und ich wünsche mir sehr, dass er dies in Zukunft an geeigneter Stelle tun wird.

Ich hoffe Ihnen mit diesem Brief meinen Standpunkt klar gemacht zu haben und dass Sie ihn in Ihre Überlegungen, die Zusammenstellung des Rektorats betreffend, einfließen lassen.

Ich verbleibe mit den besten Wünschen für die Wahl und freundlichen Grüßen

Sebastian Wisiak,
Studienvertreter Humanmedizin

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