Graz – Vier Wahlgänge hat es am Dienstag gebraucht, bis die Österreichische Hochschülerschaft (ÖH) an der Universität Graz schließlich per Losentscheid zu einem Ergebnis kam: Philipp Ulrich von den Grünen und Alternativen Studenten (GRAS) – die bei der ÖH-Wahl Dritter wurden – wurde geschäftsführender Vorsitzender. Stefan Röck von der Aktionsgemeinschaft (AG) wurde zum ersten, Nicoline Suntinger vom Verband Sozialistischer Studenten (VSStÖ) zur zweiten Stellvertreterin gewählt.

Losentscheidung statt Mehrheitsfindung

In den vorangegangenen Koalitionsgesprächen war es der mandatsstärksten Fachschaftsliste Uni Graz (FLUG) offenbar nicht gelungen, eine Mehrheit für sich zu gewinnen. „Im vierten Wahlgang reicht die relative Mehrheit, in diesem Falle waren das sieben Stimmen“, erklärte eine GRAS-Sprecherin. Das Los entschied dann zwischen den beiden stimmgleichen FLUG-Spitzenkandidaten Florian Ortner und Ulrich für den GRAS-Kandidaten.

Wie die Sprecherin meinte, könne man in diesem Fall nicht von einer Koalition sprechen, da ja niemand endgültig gewählt wurde. Es sei auch klar, dass man normalerweise nicht unbedingt vom dritten Platz aus den Vorsitz stelle. Offenbar dürfte die AG im vierten Wahlgang für Ulrich gestimmt haben.

„Nicht begeistert“

In zwei Wochen muss noch einmal eine Universitätsvertretungs-Sitzung einberufen werden, bei der der Vorsitz neu gewählt bzw. Ulrich bestätigt werden muss. Die beiden Stellvertreter wurden in einer jeweils eigenen Wahl auf Anhieb bestimmt – sie bleiben jedenfalls in ihrer Position bzw. haben die Möglichkeit, zurückzutreten.

Der Kommunistische Studentenverband (KSV) zeigte sich in einer Aussendung gegenüber „Schwarz-Grün-Rosa befremdet“. Die GRAS will jedenfalls noch einmal an die FLUG herantreten.

Fadi Sinno von der unabhängigen Fachschaftliste Graz (FLUG) ist über das Ergebnis der Verhandlungen „nicht begeistert“. Zwischen seiner Fraktion und der AG sei es im Vorfeld schon zu Reibereien gekommen, eine Zusammenarbeit habe er deshalb ausgeschlossen. Warum sich die drei Parteien einigen konnten, kann er nicht verstehen: „Es gibt Gerüchte, dass die sich abgesprochen haben“, meint er. Eine Koalition der AG mit der GRAS oder dem VSStÖ auf Bundesebene sei deshalb gar nicht so abwegig. (APA/lis/derStandard.at, 13. Juni 2007)

Quelle: online-Standard

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