Egal ob Studierende nun aufgrund ungerechter Regelungen Studiengebühren zahlen müssen oder nicht, mittlerweile ist man auf einen gut bezahlten Job oder auf reiche Eltern (fast schon) angewiesen. Die Situation ist damit längst nicht mehr tragbar:  Hohe Mieten, teure Parkgebühren und selbst für Dinge des täglichen Bedarfs schnellen die Preise in die Höhe. Die Streichung der Wohnbeihilfe in Oberösterreich wird die Situation noch weiter verschlimmern.

 

Wohnen und Leben wird immer teurer

Erst vor ein paar Wochen wurde die Kürzung der Wohnbeihilfe vonseiten der verantwortlichen PolitikerInnen als „sozial verantwortlich“ gerechtfertigt. Doch gerade die Lebens- und Wohnkosten sind für Studierende und für Menschen mit geringem Einkommen längst schon ins unermessliche gestiegen. In gerade einmal 11 Jahren – von 2000 bis 2011 – sind die Mieten geradezu explodiert, so sind die reinen Mietskosten, allen voran die privaten Mieten, durchschnittlich um knapp 40% in die Höhe gestiegen.

Hinzu kommt eine massive Preissteigerung bei jenen Dingen, die wir täglich brauchen. Der sog. „Miniwarenkorb“ der Arbeiterkammer, der neben Lebensmittel und Dienstleistungen auch Treibstoffe enthält, weist eine Teuerung von 4,3% im Vergleich zum Vorjahr auf. Besonders drastisch fällt die Teuerung bei Gemüse (10,2%), Fleisch (6,3%) und Kaffee (7,6%) auf.

 

Mehr arbeiten, heißt weniger Zeit für´s Studium

Etwa 2/3 der Studierenden in Österreich müssen neben dem Studium arbeiten, um es sich überhaupt leisten zu können. Viele davon arbeiten unter prekären Verhältnissen, also in sogenannten “typischen StudentInnenjobs”. Erträglich wird das mit dem Gedanken, dass man es nur nebenbei macht und nach getaner Arbeit eh gleich wieder an der Uni ist – wo die Lage zwar auch nicht gerade rosig ist, aber immerhin stinkt’s dort nicht so nach Burger. Studentinnen haben es in der Arbeitswelt noch schwerer, denn in Österreich verdienen Frauen deutlich weniger als ihre männlichen Kollegen und von diesem unsozialen Missstand bleiben sie in Studierendenjobs eben auch nicht verschont. Ebenso ist die Chance einen „fachnahen“ Arbeitsplatz als Studentin zu bekommen deutlich geringer als für Männer.

Generell aber gilt, dass die arbeitsrechtliche und finanzielle Situation oftmals gerade in jenen Bereichen, in denen viele Studierenden arbeiten, besonders schlecht ist, da die Unternehmen die Not der StudentInnen nur all zu gerne ausnutzen. So wird der Verdienst niedrig gehalten und die Unternehmen rühren keinen Finger, um die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Als KSV Linz empfehlen wir deshalb, unbedingt Gewerkschaftsmitglied zu werden und dort nicht nur für seine eigenen, sondern für die Rechte aller arbeitenden StudentInnen einzutreten. Die zuständige Fachgewerkschaft für dich als StudentIn ist übrigens die GPA-djp Jugend (http://www.jugend.gpa-djp.at).

 

Die Möglichkeit auf ein Studium darf nicht vom Geldbörsel der Eltern abhängen!

In Österreich herrscht noch immer die veraltete Regelung, dass grundsätzlich die Eltern für studierende Kinder unterhaltspflichtig sind. Von staatlicher Seite gibt es lediglich verschiedene Unterstützungsformen, die aber allesamt viel zu niedrig sind. So ist zum Beispiel der Maximalbetrag an Studienbeihilfe um etwa 200€ niedriger als die Armutsgrenze. So bleiben nicht nur erwachsene Menschen von ihren Eltern existentiell abhängig, sondern all jenen, deren Eltern sich das gar nicht leisten können, wird der Zugang zum Studium unglaublich erschwert.

Deshalb fordert der KSV Linz, dass die öffentliche Hand diese Unterhaltspflicht selbst in die Hand nimmt und so unabhängig von der sozialen Herkunft ein Studium möglich ist.

 

Geld für Bildung statt für Banken!

Während die Regierung binnen weniger Tage Milliarden Euros für Banken und Konzerne bereitstellt, wird im Bildungs- und Sozialbereich eingespart. Die jüngsten Medienberichte rund um die Steueroasen und die Machenschaften irgendwelcher Multimilliardäre zeigen: Geld ist genug da, es liegt nur in den falschen Händen!

Der KSV fordert die Ausfinanzierung der Unis, sodass qualitative Lehre und Forschung möglich ist. Gleichzeitig fordern wir die völlige Streichung der Studiengebühren!