Die Kommunistische Jugend Österreichs (gemeinsam mit AktivistInnen des KSV – KJÖ StudentInnen) hat die Autogrammstunde von Paris Hilton in der Lugner-City zum Anlass genommen, um auf die ungerechte Vermögensverteilung in Österreich hinzuweisen.

Während sich auch am heurigen Opernball die selbsternannten „Reichen und Schönen“ ein Stell-Dich-Ein liefern werden, um mit ihren Geld zu protzen, leben hunderttausende ÖsterreicherInnen an oder unter der Armutsgrenze. Umstände, an die man die Vermögenden erinnern sollte, denn zwischen Kavier und Champagner scheinen sie darauf gerne zu vergessen, dass es die Millionen „kleinen Leute“ in Österreich sind, die ihren Reichtum Tag für Tag erarbeiten, für die aber nur ein immer kleineres Stück vom Kuchen übrig bleibt. 

Nach dem Verteilen der Flugblätter musste die Veranstaltung aufgrund von Wurfgeschossen in Richtung Bühne abgebrochen werden. Ein Umstand, für den wir nicht verantwortlich zeichnen, den wir aber gewiss nicht bedauern.

Wenn du von ungerechter Vermögensverteilung, Sozialabbau, Aufrüstung, Kapitalismus und „High-Society“ – die zu allem Überfluss noch dazu kommt – ebenso angewidert bist wie wir, dann meld dich bei uns: kjoe@kjoe.at oder über unser Kontaktformular auf der Homepage.

Anbei das Flugblatt, dass derzeit durch die Medien geistert und das Herrn Lugner zu Spekulation veranlasste, dass „die Kommunisten es waren“, die seinem traurigen Schauspiel ein Ende bereiteten:

„Wie jedes Jahr stellt sich auf dem Opernball auch heuer wieder alles, was in Österreich Rang und Namen hat, der Weltöffentlichkeit zur Schau. Am heutigen Abend baden die Reichen und Mächtigen des siebtreichsten Landes der Welt in einem Meer aus Luxus und Dekadenz, das sich von ihrem Alltag nur geringfügig unterscheidet. 63.000 österreichische Millionäre haben Privatvermögen, die für die meisten nicht nur unerreichbar sondern auch unvorstellbar sind. Als wäre das noch nicht genug, ist scheinbar genug Geld in der Staatskasse, um den Reichen und Konzernen Steuergeschenke zu machen. Konzerne wie Volkswagen, Siemens, Red Bull oder Swarowski zahlen trotz immenser Gewinne kaum noch Steuern – im Gegenteil sie bereichern sich an Subventionen des Staates, die von der Bevölkerung durch Massensteuern finanziert werden…

…Außerhalb dieser von der Politik geschützten Sphäre, ist vom Reichtum des Landes wenig zu spüren. 8,3 % der ÖsterreicherInnen sind arbeitslos und damit in der Finanzierung ihrer täglichen Bedürfnisse schwer eingeschränkt. Schon nach kurzer Zeit reicht das Geld kaum mehr für Wohnung, Essen und Kleidung. Lehrstellenmangel und Jugendarbeitslosigkeit stellen nicht nur einen Verdienstentgang, sondern auch einen Ausbildungsverlust dar, der sich in der Folge negativ auf Arbeitsplatzmöglichkeiten und die Lohnhöhe auswirkt. 4.920 Lehrstellensuchenden stehen bundesweit nur 2.929 offene Lehrstellen gegenüber, die für die Auszubildenden zumeist nicht erreichbar sind. Die Jugendarbeitslosigkeit übertrifft die EinwohnerInnenzahl St. Pöltens bereits deutlich. Die 67.666 arbeitslosen Jugendlichen hätten in der niederösterreichischen Landeshauptstadt bei weitem keinen Platz. Über eine Million ÖsterreicherInnen sind akut armutsgefährdet. 460.000 Menschen leben in Armut, davon 113.000 Kinder und Jugendliche unter 19 Jahren. Ständige Preissteigerungen belasten die Kaufkraft der Menschen mit und ohne Arbeitsplatz. Um die 900.000 ÖsterreicherInnen sind erheblich verschuldet oder zahlungsunfähig. Immer mehr Menschen sind von Hunger und Obdachlosigkeit betroffen. Die Löcher im österreichischen Sozialsystem werden immer größer.

Und die Antwort der Politik darauf?

Flugblatt der KJÖAufweichung des Kündigungsschutzes für Lehrlinge. Damit wird nicht nur die Lehre an sich abgewertet, sondern den Unternehmern auch ermöglicht, Lehrlinge einfacher als bisher als billige HilfsarbeiterInnen einzusetzen. Weder werden dadurch Lehrplätze geschaffen, noch die Qualität der Lehre angehoben! Für junge Menschen bedeutet das, eventuell bereits nach einem Jahr als Billig-Reinigungskraft ohne Lehrabschluss auf der Straße zu stehen, weil sich der Betrieb die höhere Lehrlingsentschädigung nicht leisten will.

Die Höchstarbeitszeit wird auf 12 Stunden täglich bzw. auf 60 Stunden wöchentlich in 24 Wochen pro Jahr erhöht. Neue Arbeitsplätze werden damit wohl kaum geschaffen. Die Ladenöffnungszeiten werden ausgeweitet. Es darf nun von Montag bis Freitag von 6 Uhr bis 21 Uhr und am Samstagen bis 18 Uhr geöffnet bleiben. Mehr gekauft wird dadurch nicht werden, aber für die Handelsangestellten und ihre Familien bringt dies mit Sicherheit einen Verlust an Lebensqualität. Nach dem Pensionssystem soll nun das Gesundheitssystem reformiert werden. Im Klartext heißt das: private Vorsorge bei Versicherungskonzernen, die sich gegenüber den Sozialversicherungsanstalten durch höhere Verwaltungskosten, Gewinnerwirtschaftung sowie Spekulation mit den Versicherungsbeiträgen auf dem Kapitalmarkt unterscheiden. Die Finanzierungsprobleme des Gesundheitssystems werden so nicht gelöst werden, es wird lediglich zu Leistungskürzungen und Leistungsverweigerungen v.a. für chronisch Kranke, Arme und Alte führen. Den Sozialversicherungsanstalten entgehen jährlich zig Millionen Euro durch Betrug. Z.B. werden alleine durch die mittlerweile üblichen Subunternehmen in der Baubranche die Wiener Krankenkassen jährlich um ca. 10 Millionen Euro Versicherungsbeiträge geprellt. Anstatt sich um die soziale Sicherheit – Arbeit, Gesundheits- und Pensionssystem – zu kümmern, werden die letzten Reste der österreichischen Neutralität zertreten und das österreichische Heer für die EU-Armee aufgerüstet. „Stabilitätsexport zum Schutz der Handelswege und des freien Flusses von Rohstoffen“ (European Defence Paper) ist das erklärte Ziel der EU-Armee – Krieg um die Interessen der europäischen Konzerne zu sichern. Dafür soll die Bevölkerung jährlich 2 % des Bruttoinlandsprodukts durch Steuern bereitstellen.

Wir werden uns das nicht gefallen lassen!
Soziale Sicherheit und Frieden statt Millionäre und Krieg!Kontakt unter www.kjoe.at, oder schaut doch einfach mal vorbei!

Bilder: derstandard.at
Pressebericht aus der kroatischen Wochenzeitung „Globus“:

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